Zum Zustand:
Ich beschäftige mich zurzeit mit meinem Altbau (Baujahr ca. 1900) aus Naturstein (roter Sandstein). Die Fassade ist mit einem sandenden Putz überzogen, darauf folgt eine dünne Schicht Oberputz und anschließend eine Farbschicht. An einigen Stellen klingt der Putz jedoch hohl, sodass ich ihn austauschen werde. Das Dach hat nur einen geringen Dachüberstand von ca. 20 cm. Mit Schlagregen ist also zu rechnen. Gegen Abend kommt es zumeist zur einer Feuchtebildung in der Gegend, die die Außenwände nass erscheinen lässt (ich bezeichne dies mal als "Nebelwetter").
Zur Putzsanierung:
Als Putzmaterial habe ich da im Bereich oberhalb des Sockels an Hagalith Haftputz auf Kalk-Zement Basis gedacht. Im Sockelbereich kommt ein Zementputz in Frage.
1) Wenn ich den Putz nur lokal entferne und nicht die ganze Fassade vom Altputz befreie, reicht es dann aus, den an den Kontaktstellen zum alten Putz den sandenden Untergrund mit Tiefengrund (z.B. MEM Super Tiefgrund) zu behandeln, um ihn zu verfestigen?
2) Kann ich danach mit dem Kalk-Zementputz bis an diese Schicht verputzen ohne mir neue Probleme zu schaffen?
Zur Anstrichbehandlung
Als Anforderungen an die Farbe sehe ich bei den gegebenen Umständen einen Anstrich, der "diffusionsoffen" ist, um keine Wasserdurchlässigkeit für kondensiertes Wasser bei gleichzeitiger Durchlässigkeit von dampfförmigem Wasser zu gewährleisten.
Ich habe in meiner Unwissenheit eine Fassadenfarbe von Dulux (es scheint eine Acrylfarbe zu sein, die angeblich eine hohe Diffusion zulässt) gekauft, in der Meinung, Farbe einer guten Firma zu besorgen. Nach Suche im Bauforum stoße ich immer wieder auf Silikat und Silikonharzfarben. Acrylfarben werden als Fassadenfarben kaum empfohlen.
3) Welches Farbsystem wäre empfehlenswert, wenn ich über die alte Farbe, sofern sie noch tragfähig ist und der Untergrund ebenso (Kreuzmuster einschneiden, etc.) und deren Beschaffenheit ist nicht kenne streichen will, ohne das Mauerwerk durch eingesperrte Feuchtigkeit zu gefährden.
4) Ist die Haftung einer Silikatfarbe oder einer Silikonharzfarbe auf den genannten Untergründen gegeben?
5) Welcher Farbaufbau wäre empfehlenswert?
Meine Idee hierzu wäre der schon gesagte Tiefengrund auf die neu verputzen und offenliegenden alten nicht unterhöhlten Putze aufzutragen. Danach ein verdünnte Schicht Farbe und Tags darauf eine weitere Schicht unverdünnte Farbe.
6) Bis zu welchen Temperaturen ist eine Lackierung der Fassade sinnvoll?
7) Macht es Sinn, die gesamte Beschichtung, auch die der frisch verputzten Stellen auf das nächste Jahr zu verschieben?
8) Wie groß sollte der Zeitabstand zwischen Verputzen und Lackierung der Fassade sein? Gibt es hierfür Faustregeln (temperaturabhängig, etc.)?
9) Inwiefern bekomme ich Schwierigkeiten mit dem "Nebelwetter" beim Trocknen der Fassadenfarbe?
10) Und Last but not least: Womit beschichte ich ein frische verputztes Fensterbrett, damit keine Feuchteschänden hier auftreten? Macht hier eine Sockelfarbe oder ein Dachlack Sinn, da es ja fast waagerechte Flächen gibt?
Vielen Dank und bis zum nächsten Mal, das war sicherlich nicht meine letzte Frage,
Leonhard Ullrich.
