Ich habe mal wieder eine Frage und hoffe, dass mir geholfen werden kann.
Vorab: Ja, ich habe die Suchfunktion genutzt, aber kein auch nur annähernd gleiches Thema gefunden.
Nun zu meinem Problem:
In meinem Hausumbau wurden ca. 120 m² Bodenfliesen der Marke "Ardelus" der Fa. Sphinx verlegt. Diese Fliese haben wir uns vorab bei einem großen Baustoffhändler in der Ausstellung angesehen und nach langer Diskussion mit meiner Frau (natürlich war sie diejenige, die diese Fliese haben wollte) auch zum Kauf entschlossen. Zur Beschreibung der Fliese muss man sagen, dass sie keine glatte, sondern eher raue, strukturierte Oberfläche hat. Daraufhin habe ich die Fliesen beim Baustoffhändler bestellt, da dieser sie nicht vorrätig hatte. Bei Lieferung an die Baustelle meinte unser Fliesenleger zu uns, dass die Fliese aber relativ rau und in Folge dessen schwierig zu reinigen sein wäre. Trotz dieser Anmerkung dachten wir uns nichts dabei, da wir ja eine relativ raue Fliese aus der Ausstellung in Erinnerung hatten. Nachdem die Fliesen dann verlegt und verfugt waren, machten sich meine Frau dann am 1. Septemberwochenende an die endgültige Reinigung. Hierzu muss ich jetzt eine bildhafte Beschreibung abgeben: Wie man (n) so ist, stand ich dabei und konnte sehen, das meine Frau, wie bei anderen Fliesenreinigungen auch, einen Aufnehmer in ihren Wassereimer tauchte, über den Schrubber legte und dann mit vollem Elan über die Fliesen schieben wollte. Mit einem hämischen Lachen konnte ich dann sehen, dass sie den Schrubber nicht bewegen wollte/konnte. Als auch der zweite Versuch erfolglos blieb, Schritt ich als Mann ein und wollte ihr zeigen wie man (n) es richtig macht. Ende vom Lied, mit dem Schwung, den ich drauf hatte und mit dem Stopp des Schrubbers/Aufnehmers auf den Fliesen hätte ich erfolgreich bei jedem Stabhochsprung mitmachen können. Weniger prosaisch ausgedrückt, heißt das, dass sich der Aufnehmer nur mit massivem Aufwand über die Fliesen schieben/ziehen lässt. Dieser Aufwand führte natürlich dann dazu, dass sich der Aufnehmer mit zunehmender gereinigter Fläche immer weiter "verdünnisierte" und später, nach dem Abtrocknen der Fläche als Flusenwölckchen wieder zusammenfegen ließ. Erst jetzt stellten wir bei genauer Betrachtung und Fühlen der Fliese fest, dass die Oberfläche der Fliese eher einem Schmirgelpapier der Körnung 120 entspricht als einer uns bekannten Glasierung. Da uns die Fliese in der Ausstellung so nicht in Erinnerung war, habe ich dann eine meiner Restfliesen genommen, bin zu dem Baustoffhändler gefahren und habe sie auf die Muster in der Ausstellung gelegt. Nicht erst als die Beraterin ihre Gesichtsfarbe massiv änderte konnte ich feststellen, dass zwischen beiden Fliesen ein gravierender Unterschied bestand. Gegen das Licht betrachtet, konnte man sehen, dass beide Fliesen eine unterschiedliche Oberfläche ausweisen. Die Fliese in der Ausstellung wirkt ein bisschen dunkler und auch glatter. Beim Fühlen konnte man eindeutig feststellen, dass meine Fliese eindeutig rauer ist. Dies ließ sich auch durch das Geräusch beim Überstreichen mit den Fingerkuppen hören. Die Beraterin teilte meine Meinung, dass hier eine Klärung notwendig ist. Aus diesem Grund setzte sie sich mit dem zuständigen Verkaufsleiter der Fa. Sphinx in Verbindung, um zunächst bei dem Baustoffhändler meine Musterfliese zu begutachten. Dies geschah dann zügig einen Tag später. Bei diesem Termin wurde dann vereinbart, dass eine weitere Besichtigung bei einem Vororttermin erfolgen soll. In dem Telefonat mit dem Verkaufsleiter zur Terminvereinbarung war dann schon herauszuhören, dass er keinen Mangel in der Fliese erkennen wollte. Es kamen dann Argumente wie "Wir haben von dieser Charge 5200 m² produziert und über 3000 m² verkauft. Sie sind der einzige und erste, der sich beschwert! etc. " Heute hat dann der Vororttermin mit dem Verkaufsleiter und einem Mitarbeiter der Reklamationsabteilung stattgefunden. Nach kurzer Besichtigung und langem nichtssagenden Geschwaffel sowie einer praktischen Reinigungsprobe mit Schrubber und Aufnehmer (Ergebnis: nicht so elegant wie bei mir, sondern gewaltsames Drüberschieben) kam die Aussage: "Die Fliese mag ein bisschen rauer sein als in der Ausstellung. Sie entspricht aber in Farbe und Optik genau der Fliese in der Ausstellung. Wir erkennen einen Mangel nicht an. " Hier muss noch anmerken, dass an einer Stelle des Bodens ein Mosaik der gleichen Bodenfliese des gleichen Herstellers eingebaut ist. Auch hier kann man die gleichen Unterschiede (optisch und fühlbar) wie zu der Fliese in der Ausstellung feststellen. Auch dieses Argument wurde damit abgetan, dass "nun mal Unterschiede zwischen zwischen Mosaik und Fliese bestehen".
Jetzt nach meiner langen Vorgeschichte die eigentliche Frage (n):
- Was kann ich noch tun?
- Gibt es eine neutrale Stelle (Ombudsmann etc.), der das Problem klären kann?
- Oder muss ich einen (teuren) Gutachter bemühen, mit der Gefahr, dass ich im Unrecht bin und auf den Kosten sitzenbleibe?
- Sehe ich grundsätzlich das Problem zu eng und muss deswegen mit den Folgen meiner Dummheit leben?
- Gibt es grundsätzlich noch andere Lösungen, um die raue Oberfläche der Fliese zu verbessern?
Fragen über Fragen, ich bin für jede Hilfe dankbar!

