ich habe mehrere Unterstände die mit Eternitdächern gedeckt sind. Diese sind zwischen 14 und 35 Jahre alt. Der Zustand ist alles in allem ganz gut, von unten sieht das Material noch gut aus, seltsamerweise das neueste von 1989 am schlechtesten (weißer Belag). Von oben sind die Dächer naturgemäß etwas verwittert. An einer Stelle die allerdings seitlich liegt ist einmal ein kleines Stück rausgebrochen und an einer Stelle ist das Dach an einer Kante abgerundet, ich vermute damals beim Bau mit einer Säge oder Flex > es handelt sich aber um das Dach von 1989. Ich glaube die waren zu dem Zeitpunkt bereits asbestfrei?
Hintergrund: Unter diesen Unterständen ist es sehr staubig, da dort nur Kies liegt und auch Holz gelagert wird etc.. Alle Kinder die hier wohnen spielen natürlich auch unter den Unterständen, man kann sie nicht davon abhalten.
Ich habe mich deshalb in der letzten Zeit mit diesem Thema eingehend befasst und bekomme total widersprüchliche Aussagen. Niemand meiner Ansprechpartner bestreitet das Asbest sehr gefährlich ist aber die Empfehlungen sind immer anders.
- Spricht man mit einer Sanierungsfirma sagt diese das der Staub unter den Unterständen mit hoher Wahrscheinlichkeit kontaminiert ist und unbedingt saniert werden sollte.
- Spricht man mit Fachleuten aus der Analytik (TÜV, Dekra etc.) so bekommt man eigentlich die Auskunft: kein Handlungsbedarf, da falls sich Fasern freisetzen diese im Freien quasi vom Winde verweht werden. Im Gegenteil dort wird manchmal sogar die Aussage getroffen, das eine Sanierung erst zu einer geringfügigen Kontamination führt, da auch Fachfirmen nicht sanieren können ohne das eine geringfügige Menge von Asbest freigesetzt wird.
Ich habe bereits zweimal den Staub analysieren lassen. Einmal vor zwei Jahren eine Klebeprobe und jetzt eine direkte Staubprobe (genommen an 15 unterschiedlichen Stellen). Beide waren negativ, d.h. keinerlei Asbest nachweisbar obwohl mein Schwager jedes Jahr das Dach mit einem Besen kräftig abkehrt (Problem ist das zwei große Bäume das Laub genau auf diese Dächer verlieren). Ich habe hier jedes Jahr mit meinem Schwager eine Diskussion, das er dies endlich lassen soll aber ziemlich hoffnungslos.
Ein Mitarbeiter vom TÜV wiederum meinte jetzt aber das so Staubanalysen nie eindeutig wären, sondern man müsste den ganzen Komplex abdichten, Staub aufwirbeln und dann mit Messgeräten messen. Ein Mitarbeiter einer anderen Analytikfirma meinte das wäre Quatsch, eine Entnahme an vielen unterschiedlichen Stellen wäre durchaus ausreichend, da wenn das Dach in größerem Umfang Fasern abgeben würde dies dann dort auch zu finden wären.
Sie sehen 10 Anfragen, 10 Meinungen. Im Prinzip bin ich so schlau wie vorher.
Wie sehen das die Teilnehmer des Bauforum?
Wie lange hält eigentlich so ein Eternitdach?
Wird das Eternit dauerhaft geschädigt, wenn mein Schwager mit dem Besen drübergeht, d.h. ist die Oberflächenstruktur dann zerstört und es werden unablässig Fasern freigesetzt oder werden wenn dann nur Fasern während des Abkehrens freigsetzt?
Ich habe so das Gefühl, das im Bereich Asbestzement doch etwas unseriöse Panik verbreitet wird. Zwei Aussagen von Fachleuten haben mich zu dieser Meinung gebracht. Ein Fachmann sagte mir, das seine zwei Kinder ebenfalls täglich unter einem alten Eternitdach spielen und er keinen Handlungsbedarf sieht und ein anderer sagte mir wenn ich mich an eine große Straßenkreuzung in einer Stadt Stelle so habe ich bei weitem mehr Asbest durch alte Bremsbeläge und Kupplungsbeläge. Auch habe ich bei meinen Recherchen im Internet festgetellt, das z.B. in der Schweiz das Problem von Asbestzement bei weitem nicht so drastisch dargestellt wird.
Vielen Dank für die Antworten und eine rege Diskussion.
Mit freundlichen Grüßen
K. Emser