Ein großes SORRY gleich vorweg, jetzt kommt ein längerer Text. Ich versuche einfach, soviel Fragen wie möglich gleich im Vorfeld zu beantworten und beschreibe daher meine Anlage ausführlich.
Würde mich freuen, wenn eine konstruktive Diskussion einsetzt (das Thema Puffer ist ja immer kontrovers) und vor allem, wenn am Ende ein eindeutiges Ergebnis rauskommt 😉
Abkürzungen:
Alle Angaben in <> sind Höhen in cm
MHK1 - Mischerheizkreis für Fußbodenheizung (FBHAbk.)
DHK1 - Direkter Heizkreis für Radiatoren im 1. OGAbk..
FWST - Frischwasserstation
Situation:
- Einfamilienhaus ca. 14 m² versorgt über Pelletszentralkessel, 1.000 Liter Puffer und 24 m² Solar (West/Ost)
- MHK1 für Fußbodenheizung im EGAbk. versorgt WZ 40 m²; Küche 12 m²; Bad 7 m²; Diele 15 m²
- DKH1 für Radiatoren im OG versorgt Raum 1 32 m² und Raum 2 20 m²; zukünftig noch Bad ca. 8 m² mit Radiator oder Fußbodenheizung und/oder Handtuch-HK
- Anlage ist seit 16. Mai 2004 in Betrieb. Einige Wochen kaltes Wetter sind schon gemeistert und dabei das Anlagenverhalten beobachtet
- Zur Zeit 2 Personen, Tendenz steigend 😉
Technische Daten:
- Pelletskessel Fröhling EuroPellet 15
- Anlage steht in ehemaliger Garage, direktangrenzend an Haus
- Dort auch Pelletslagre 6 Tonnen; kein Keller
- Reiner Puffer ohne inneliegende Teile (außer Prallblech von 000 bis 110); h: 200, d: 080
- Solaranlage über Plattenwärmetauscher (PWT1); Flachkollektoren 15 m² Ost und 9 m² West
- Frischwasserstation über Plattenwärmetauscher (PWT2) + impulsgesteuerte Zirkulation
- Vor der FWST wird die max. Temp. über Mischventil auf 55 °C begrenzt (Kalk)
- Leitungslänge Puffer - Mischer ca. 15 m
- Leitungslänge FWST - WW-Verteiler ca. 15 m; desgleichen Zirkulation
- Leitungslänge Kessel - Puffer ca. 2 m
- Umschaltventil Puffer/Boiler wird durch Kessel angesteuert
- Dreiwegemischer, DHK1 geht VL/RL direkt am Mischer ab
- Regelung Solar und FWST über frei programmierbaren Regler der Technischen Alternative (UVR1611)
Pufferbelegung:
<200> Vorlauf zur Frischwasserstation
<140> Vorlauf vom Kessel (Boilerladung) und Vorlauf Solar-PWT (>60 °); per Tauchrohr auf ca. 190
<130> nicht belegt; per Tauchrohr auf ca. 180
<120> Vorlauf MHK1 / DHK1
<110> Vorlauf vom Kessel (Pufferladung)
<080> Rücklauf Kessel
<060> Rücklauf MHK1 / DHK1 und Vorlauf Solar-PWT (<60 °)
<040> Rücklauf Frischwasserstation
<025> Rücklauf Solar-PWT
Regelung:
Sensoren am Puffer (ohne Solar und FWST):
<190> T_Boiler
<120> T_Puffer_Oben
<085> T_Puffer_Unten
Heizungsregelung (ohne Solar und FWST):
Boilerladung und Pufferladung unabhängig voneinander (leider) vom Kessel gesteuert
- Boilerladung: T_Ein = 50 °C; T_Aus =65 °C
- Pufferladung: T_Oben_Ein = 40 °C; T_Unten_Aus = 40 °C
- Steuerung MHK1 über Kessel (Aaßentemperaturgeführt); zusätzl. Einzelraumsteuerung für Fußbodenheizung (FBH)
- Pumpe DHK1 über UVR1611 (Zeitsteuerung); z. Zt.deaktiviert.
Mein Problem:
1. Kessel-Laufzeit zu niedrig
teilweise nur 10 min. Kessel-Laufzeit (eingestellte Mindestlaufzeit des Herstellers). Scheint mir für Pellets zu gering. Primäres Problem vermutliche Puffervolumen. Aus o.s. Angaben ergibt sich eine Volumenaufteilung wie folgt: Solar (<60 °C) 420 l; Puffer 175 l; Boiler 400 l.
2. Puffer und Boiler getrennt geregelt
Es passiert z.B. , dass der Puffer anfordert und geladen wird (mit 10 K Überhöhung, also 50 °C, bis Abschaltkriterium erreicht wird (s.o.); Dabei ist die Laufzeit relativ kurz. Wenn nun T_Boiler nur noch knapp über der Einschaltschwelle liegt (z.B. 52 °C) schaltet der Kessel trotzdem ab. Es kann nun aber im ungünstigen Fall passieren, dass Warmwasser entnommen wird, und kurze Zeit später der Kessel erneut anfährt, um den Boilerbereich zu laden. Ärgerlich ...
Ich habe das Gefühl (und teilweise auch die begründete Meinung), dass die Pufferbelegung nicht optimal ist und ggf. auch die Hydraulik insgesamt überdacht werden könnte. Der oben geschilderte Zustand ist aber schon Resultat der ersten Überarbeitung durch meinen Heizungsbauer.
Ich bin nun nach einer Reihen von Beobachtungen und Überlegungen der Meinung, auf die Trennung Boiler/Puffer ganz zu verzichten und einen reinen Pufferbetrieb zu fahren. Aufgrund der FWST (die finde ich übrigen klasse - kein Kalk, keine Legionellen) müsste das doch problemlos gehen. Den Vorlauf für die HK würde ich dann am noch freien Anschluss <130> (Tauchrohr auf ca. 180 cm) abzweigen. Das Umschaltventil würde ich in den Rücklauf nehmen, um die Größe des Pufferbereiches zu steuern (im Sommer klein, im Winter groß). Ich verpreche mir davon dann auch einen problemloseren Mischbetrieb des MHK1 und des DHK1, die ja beide über eine Leitung gespeist werden, da die Puffertemperatur dann auf dem DHK abgestimmt werden kann.
Insgesamt also wie folgt:
Pufferbelegung:
<200> Vorlauf zur Frischwasserstation
<140> Vorlauf vom Kessel (Boilerladung) und Vorlauf Solar-PWT (>60 °); per Tauchrohr auf ca. 190
<130> Vorlauf MHK1 / DHK1; per Tauchrohr auf ca. 180
<120> Rücklauf Kessel (Sommer)
<110> frei?
<080> Rücklauf Kessel (Winter) und Vorlauf Solar-PWT (<60 °)
<060> Rücklauf MHK1 / DHK1 und
<040> Rücklauf Frischwasserstation
<025> Rücklauf Solar-PWT
Sensoren am Puffer (ohne Solar und FWST):
<185> T_Puffer_Oben (lässt 15 cm WW-Reserve)
<140> T_Puffer_Unten_Sommer (300 l Puffer + WW im Sommer; 700 l Potential für Solar)
<050> T_Puffer_Unten_Winter (750 l Puffer + WW im Winter; 250 l Potential für Solar)
Was haltet Ihr von der geschilderten Anlage 😉
Und vor allem:
- Ist mein Vorschlag sinnvoll
- Wer sieht andere / weitere Optimierungsmöglichkeiten
- Wo sind gravierende Fehler (z.B. MHK + DHK an einer Leitung)
1000 Dank für rege Beteiligung und Gruß
TS