Wir haben 2010 ein Fertigteil-Ausbauhaus von einem großen deutschen Holzrahmen-Fertighaushersteller gebaut, der Betonkeller wurde im Juli gebaut, das Haus wurde Mitte August aufgestellt. Im Oktober wurde im EGAbk. durchgehend (bis auf Gäste-WC) Anhydrit-Fließestrich mit Fußbodenheizung verlegt. Der Aufbau ist: 50 mm Styropor auf Kellerdecke, 30 mm Fußbodenheizung-Tackerplatten, 16 mm Fußbodenheizung-Rohre, insgesamt 50 mm Fließestrich (also 34 mm Rohrüberdeckung). Alle Arbeiten (bis auf die eigentliche Estricheinbringung) wurde von uns selbst durchgeführt, unter strengster Berücksichtigung ordnungsgemäßer Randdämmung, Schallbrückenpolsterung, etc.
Nach Einbringen des Estrichs wurde er sorgfältig nach Protokoll angeheizt und getrocknet, Dank Lüftungsanlage mit WRG wurde die Feuchtigkeit ständig zugfrei abgeführt und warme, trockene Luft zugeführt, ebenso kamen Bautrockner zum Einsatz. Nach ca. 3-4 Wochen war trocken und Ende November konnte das EG mit 30x60 cm Fliesen im 1/2 Schrägverband belegt werden, durchgehend fugenfrei durch alle Räume, in Flexkleber. Eine ca. 5x9 m große Fläche (Wohnküche) bildet die größte Fläche, diese ist in 3 Heizkreise aufgeteilt (225 mm Rohrabstand), die Vorlauftemperatur beträgt ca. 32 °. Der Estrichbauer hatte uns versichert, dass bei Anhydritfließestrich es kein Problem sei, solch große Flächen auch ohne Dehnfugen auszuführen. Wir haben jetzt den dritten Winter hinter uns und waren bisher sehr zufrieden, hatten keinerlei Probleme.
An den ersten richtig warmen Tagen letzte Woche habe ich, wie üblich, die Fußbodenheizung-Umwälzpumpe ausgeschaltet (die Heizungsanlage aus Wärmepumpe & Solaranlage ist ein recht komplexer Eigenbau und nicht außentemperaturgeführt), wir hatten jetzt gestern und heute aber wieder deutlich kühleres Wetter, trotzdem ist die Raumtemperatur nie unter 23 ° gefallen. Wir haben es eigentlich immer (Jahreszeit-unabhängig) konstant auf 23-25 ° (Anzeige Raumthermostate, der Boden wird 1-2 ° kühler sein).
Heute morgen gegen 9 Uhr war ich in der Küche und hörte ein recht lautes Geräusch, wie wenn man ein Bierkrug auf den Tresen hart abstellt (oder auch wie ein Hammerschlag auf Fliesen), genaugenommen ein Doppelschlag im Abstand von ca. 1/4 bis 1/2 Sekunde, der zweite etwas leiser als der erste. Zunächst dachte ich, irgendwo im Haus sei etwas schwere umgefallen, da ich den Schlag auch in den Füßen spürte. Aber es war nirgends was umgefallen. Etwas perplex, machte ich irgendwann weiter, mit dem Hintergedanken, es könnte ein Spannungsriss im Boden gewesen sein. Dann gegen 11 Uhr passierte es erneut, an einer anderen Stelle. Diesmal lagen 2 unserer Katzen in der Nähe, meine Frau war gerade im Wohnzimmer unterwegs, die Katzen schauten eindeutig auf den Boden und meine Frau hörte und spürte es auch. Beide Stellen waren über 1 m von der nächsten Wand entfernt und in der Nähe von (verschiedenen) Grenzlinien zwischen den Heizkreisen dieses Raums. (Also der erste Schlag war zwischen Feld B und C, der zweite Schlag zwischen A und B).
An der Oberfläche sieht man nichts, die Fliesen sind nicht gerissen, klingen nicht hohl, knirschen nicht, etc.
Was könnte nach 30 Monaten bewirken, dass unser Estrich reißt / bricht? Uns war klar dass die Gefahr besteht dass die Einsparung der Dehnungsfugen ggf. zu Rissen führen könnte, aber nach über 2 Jahren auf einmal? Ich habe den Heizestrich schon recht hart beansprucht (teils 45 ° Wasser durchgejagt, teils 10 ° Brunnenwasser bei einem Kühlversuch im Sommer, das alles aber zuletzt im letzten Sommer), ich hätte gedacht dass wenn was reißt, dann in diesen Momenten.
viele Grüße,
