ich wohne in einem Haus, bei dem die Dachschrägen bis in den ersten Stock reichen, d.h. die Zimmer im 1. OGAbk. haben einen Kniestock von ungefähr 1,20 m, dann fangen die Dachschrägen an. Die Decken der Zimmer bestehen aus einer von den Dachsparren abgehängten Putzdecke mit sehr schön gearbeiteten, abgerundeten Hohlkehlen. Um das Dach von innen zu dämmen, müssten in vier Zimmern die komplette Putzdecke herausgerissen werden, was ich wegen des Aufwandes und der danach zerstörten Putzdecke vermeiden will. Das Dach soll jetzt mit einer Wärmedämmung versehen werden. Dafür suche ich nun die beste Methode. Prinzipiell gibt es da aus meiner Sicht zwei Methoden:
- Das komplette Dach abdecken und von außen dämmen.
- Vom Dachboden aus eine Zwischensparrendämmung anbringen.
Die zweite Methode hätte den Vorteil, dass sie Arbeit und Geld sparen würde, und außerdem die vorhandene Dachdeckung aus Biberschwänzen erhalten werden könnte. Die Ziegel sind nach Aussagen mehrerer Dachdecker noch völlig in Ordnung und sollen noch mindestens vierzig Jahre halten (diesen Aussagen vertrauen ich mal, da mir die Dachdecker zur Steigerung ihres Umsatzes problemlos ein komplett neues Dach aufschwatzen könnten 🙂.
Im eigentlichen Dachboden ist eine Zwischensparrendämmung mit Aufdopplung der Sparren kein Problem. An den Zwischenraum zwischen der Decke des 1. OG und den Dachziegeln kommt man vom Dachboden aus heran. Ich habe schon versucht, mich bezüglich der Dämmung dieses Teils des Daches auf einer Bau- und Modernisierungsmesse schlau zu machen, und hatte auch schon mehrere Dachdecker zu Besuch, die danach Angebote abgegeben haben. Zusammenfassen lassen sich die vorgeschlagenen Methoden wie folgt:
- Den Zwischenraum zwischen den Sparren einfach mit Steinwolle ausfüllen. Eine Dampfbremsfolie ist hierbei nicht vorgesehen.
- Den Zwischenraum zwischen den Sparren mit Steinwolle ausfüllen, wobei eine Dampfbremsfolie als Unterlage zur Zimmerdecke hin angebracht (eingelegt) werden soll.
- In den Zwischenraum flexible Elemente aus Polystyrol-Hartschaum einklemmen. Eine Dampfbremsfolie ist auch hier nicht vorgesehen, obwohl die technischen Informationen des Herstellers eine solche eigentlich vorsehen.
- Den Zwischenraum mit Styroporkugeln füllen, die mit Bitumen beschichtet sind. Diese sollen sich durch Wärmeeinwirkung bei Sonnenschein zu einer Masse verbinden, sodass keine Kügelchen bei Wind wegfliegen können. Eine Dampfbremse ist hierbei nicht vorgesehen.
- Abdecken des unteren Teils des Daches, der sich über den Zimmern im 1. OG befindet, und Entfernen der Lattung. Dann Anbringen einer ISOVER Vario KM Duplex-Klimamembran, die um die Sparren herumgeführt wird. Dann Einbringen von ISOVER-Klemmfilz, anschließend neue Lattung und Dach wieder eindecken.
- Einblasen von Hanf-Flocken, wobei vorher eine Dampfbremsfolie in Form einer in den Hohlraum eingebrachten Tasche angebracht werden soll.
Ich bin nun reichlich verwirrt. Welche Methode (n) stellt/en sicher, dass sich kein Kondenswasser in Bereichen bildet, in denen die Dachsparren geschädigt werden können? Gibt es eventuell weitere Methoden, mit denen ein solches "Problemdach" mit möglichst geringem Aufwand gedämmt werden kann, wobei es natürlich im Lauf der Zeit nicht zu Schäden an der Dachstruktur kommen darf? Welche der oben vorgeschlagenen Methoden ist am ehesten zu empfehlen? Die bisherigen Angebote der Dachdecker geben sich preislich nicht so arg viel, sodass ich auf jeden Fall der technisch besten Lösung zugeneigt wäre. Ich bin für jegliche Tipps sehr dankbar!
Viele Grüße,
Hanno Wirth