- Lage des Hauses: In der Umgebung sind keine Mobilfunkmasten oder Hochspannungsleitungen. Nachdem ich aber mal ein Bauvorhaben in Aussicht hatte, bei dem die Lage nicht so günstig war, habe ich die Maßnahmen, die ich mir damals überlegt habe, auf mein aktuelles Bauvorhaben übertragen. Dies entspricht eher einem präventiven Gedanken, da hochfrequenzgestützte Techniken in der Zukunft wohl sicher zunehmen.
- Ich habe den Erfolg meiner Maßnahmen nicht quantitativ gemessen. Dafür braucht man eine recht umfangreiche technische Messausstattung und Leute, die im Umgang damit erfahren sind. Vielleicht kommt noch eine genaue Messung, wenn sich jemand mit der richtigen Ausstattung findet. Allerdings:
- Eine einfache qualitative Messung geht durchaus: Stehe ich vor dem Haus, dann zeigt mein Handy gerade noch so die volle Feldstärke an (Antennensignal ganz oben). Geht man in's Haus, dann bricht der Empfang komplett zusammen (Antennensignal Null). Dies spricht für eine sehr effektive und wirksame Abschirmung.
- Ziel der Abschirmmaßnahmen war nicht das Haus wie ein Messlabor abzuschirmen. Es sollte lediglich das ausgeschöpft werden, was im Wohnungsbau mit moderaten Mitteln machbar ist. Nach meiner Schätzung liegt das bei etwa 20 dBAbk. bis 30 dB. Zur Umrechnung:
- 20 dB: 99 % der Hochfrequenz bleibt draußen, 1 % dringt ein
- 30 dB: 99,9 % bleibt draußen, ein Promille dringt ein.
- Die Kosten für diese Art der Abschirmung sind moderat. Bei mir maximal 1000 €. Im wesentlichen ist es nur die Auswahl der Materialien, die das Ergebnis bestimmt.
Zu den Maßnahmen selbst:
- Als Grundlage für die Kombination der Baustoffe diente die Studie "Reduzierung hochfrequenter Strahlung im Bauwesen" von Prof Pauli & Dietrich Moldan, Universität der Bundeswehr, Institut für Hochfrequenz- und Mikrowellentechnik (Hochfrequenztechnik, Mikrowellentechnik), Neubiberg bei München, Stand 05/2000. Wie man das Ding kriegt, s. Link 1 unten. Die Broschüre ist *Pflicht* für jeden, der die Thematik angeht. Sonst kann man Behauptungen wie "Lärche ist toll gegen Hochfrequenz" nie überprüfen bzw. entkräften. Die Studie testet alle relevanten Baustoffe und speziellen Abschirm-Baustoffe und zeigt in Graphen deren Dämpfungseigenschaft in Abhängigkeit von der Frequenz.
- Prinzipiell gibt es drei Bereiche eines Hauses, denen man Aufmerksamkeit widmen muss:
- Außenmauer
- Fenster
- Dach
Diese drei Bereiche im einzelnen:
- Außenmauer:
- Ich habe massiv gebaut mit Kalksandstein. Das ist zwar thermisch optimal, aber von der Hochfrequenzabschirmung her schlechter als Porenbeton, Hochlochziegel u.v.a. Natürlich ist es um Längen besser als eine typische Fertighauswand. Insgesamt dämpfen 17,5 cm KS aber bei 1 GHz nur um ca. 4 dB.
- Bei 1 GHz bringen Innen- und Außenputz (Innenputz, Außenputz) zusammen nochmal etwa 6 dB.
- Armierungsgewebe brauchte ich ohnehin für mein WDVSAbk.. Ich nahm das Abschirmgewebe ispo G-ES (s. Link 2, leider ist der ispo Server selbst seit der Fusion mit STO abgeschaltet worden). Mehrkosten etwa 3 €/m². Dämpft ca. 24 dB bei 1 GHz. Habe meinen Stuckateur sorgsam angewiesen auf genügend Überlappung zu achten und das Gewebe immer trocken überlappen zu lassen. Danach wurde es an die Erdungsfahnen angeschlossen.
- Macht für die Wand dann 4 dB + 6 dB + 24 dB = 34 dB, d.h. ca. 99,96 % Abschirmung.
- Fenster:
Hier ist wenig zu tun: Die heute von der EnEVAbk. bzw. WSVO95 geforderten Wärmeschutzverglasungen weisen durch ihre Edelmetall-Bedampfungen Dämpfungen von über 30 dB (99,9 %) auf. Schwachstelle bleibt nur der Rahmen. Ich habe Holz, besser wäre Kunststoff mit Stahleinlage. Mich hat aber auch mal ein Zimmermann angemailt, der Metall in die Holzrahmen einbrachte. Dann wäre Holz mindestens so gut.
- Dach:
- Wichtig sind hier durchgehende metallische Stoffe, wie z.B. Luft- und Dampfsperren mit Alubeschichtung (z.B. Delta-Fol Reflex). Diese dämpfen wegen des Aluminiums um ca. 30 dB.
- Ich habe mich für Aufsparrendämmung aus PURAbk. entschieden. Als Aufsparrendämmung ist sie durchgehend und wird nicht von den Sparren unterbrochen. Die PUR-Platten sind beidseitig (!) Aluminiumkaschiert, wobei sich das Aluminium zwischen den Platten immer kräftig überlappt. Stöße wurden mit Aluminiumbeschichtetem Klebeband überklebt (werden sie sowieso). Macht wohl geschätzt eine Dämpfung von über 50 dB (99,999 %).
- Ist die Frage, wie hoch der Effekt des "Durchschimmerns" von Hochfrequenz an den Übergängen ist: Ist ohne genaue Messung schwer zu klären. Ich gehe aber mal von einer durchschnittlichen Gesamtdämpfung im Haus von 20 dB bis 30 dB aus (99 % bis 99,9 %).
- Der Effekt des ispo Gewebes war recht eindrucksvoll: Konnte man vor Anbringung im Haus noch mit dem Handy telefonieren, dann war danach Schluss damit. Will man derzeit im Haus das Handy gebrauchen, muss man sich unmittelbar vor ein Fenster stellen und dieses komplett öffnen ...
Viele Grüße,