MGII oder MGIII Putzmörtel: Unterschiede, Druckfestigkeit & Anwendung im WDVS?
In diesem Forum sind Sie: Außenwände und Fassaden📌 Kurze Zusammenfassung dieses Threads - Stand: 11.01.2026
Die Diskussion dreht sich um die Unterschiede zwischen MGII und MGIII Putzmörtel im Kontext eines Wärmedämmverbundsystems (WDVS), insbesondere hinsichtlich Druckfestigkeit und Rissbildung. Die korrekte Zulassung des WDVS und die Putzmörtelgruppe (P Ic vs. PII) spielen eine entscheidende Rolle. Die Positionierung des Armierungsgewebes und die Härte des Putzes sind ebenfalls wichtige Faktoren.
MGII oder MGIII Putzmörtel: Unterschiede, Druckfestigkeit & Anwendung im WDVS?
habe deine @ aus dem bau-Forum ...
bitte um Antwort für nachfolgende frage
kratzputzschicht 10-12 mm Körnung 2 mm
Armierung ca. 3-5 mm Gewebe liegt in der vorderen ebene auf PS 15 SE 0.40
10 cm
rissbild bis 0,5 mm knotenabstand 0,6-1,0 m
ich dachte erst es sind fettrisse (zu dick geputzt), im nachgang bemerkten
meine
Mitarbeiter das der Putz sehr hart beim kratzen gewesen sei.
habe Druckfestigkeit prüfen lassen, mittel 9,1 MPa
meiner Meinung nach ist der Putz er in MG III einzustufen und somit
mangelhaft
bzw. nicht geeignet für dickputz. der Hersteller weist alles von sich und
beruft sich auf seine
Zulassung
was habe ich für einen Putz auf der Wand MGII oder MGIII?
die Risse sind ca. 4 kW nach Fertigstellung erkennbar geworden.
die arbeiten wurden 01 ausgeführt.
währe dir für eine Antwort sehr dankbar
Peter löchte
Düsseldorf
++ Erste Antwort von Veikko Ulrich ++
Hallo Herr Loechte,
(jetzt wird es etwas theoretisch 🙂 die Druckfestigkeit eines Mörtels
schwankt stark mit der Verarbeitungsweise. Je nach Wassergehalt, Mischdauer,
Probenform, Prüffläche, Verdichten der Probe, Bearbeitung der Oberfläche
können völlig unterschiedliche Druckfestigkeiten gemessen werden. Daher ist
die Prüfkörperherstellung standardisiert. Sie erfolgt nach DINAbk. 18555 Teil 3.
Ich bezweifle, dass Ihre Prüfkörper vorschriftsmäßig hergestellt wurden.
Oder?
9,1 MPa sind 9,1 N/mm². Die Einteilung nach Putzmörtelgruppen ist allerdings
nicht nur abhängig von der Druckfestigkeit, sondern erfolgt hauptsächlich
durch die Zusammensetzung des Mörtels (siehe DIN 18 550 Teil 1). Es sind
Mindestdruckfestigkeiten für die jeweiligen Putzmörtelgruppen zu beachten
(siehe DIN 18 550 Teil 2), sodass sich aber auch sehr viele
Interpretationsmöglichkeiten bieten.
Die Druckfestigkeit dieses Putzes wäre, wenn die Prüfkörper richtig
herstellt und gelagert wurden (was ich bezweifle 🙂, sehr hoch. Sie würde
knapp unter P III liegen (Mindestdruckfestig 10 N/mm²). Wahrscheinlich wird
der Putz mit P IIb angegeben.
Lassen Sie sich die Zulassung und den Bericht der Erstprüfung des
Wärmedämm-Verbundssystems schicken 🙂 und gucken Sie sich das ganze sehr
genau an. Sichern Sie einen Putzsack und ein Technisches Merkblatt.
Überprüfen Sie, ob auf allen Sachen die gleiche Angabe der Druckfestigkeit
bzw. der Putzmörtelgruppe erfolgt.
Wenn es hart wird, nutzen Sie einen öbuvAbk. Sachverständigen.
Es ist immer besser, mehrere Meinungen zu einem Thema einzuholen, deshalb
würde ich Ihnen empfehlen, Ihr Anschreiben und meine Meinung dazu ins Forum
zu stellen, vielleicht fällt ja einem der Fachleute noch was ein ..
Mit freundlichem Gruß
Veikko Ulrich
-
Beurteilung des Sachverhalts durch verschiedene KI-Systeme
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🔴 KRITISCH: Keine Sanierung ohne vorherige fachliche Ursachenanalyse durch einen öbuvAbk.-zertifizierten Sachverständigen für WDVSAbk. – Rissbildung weist auf systemische Inkompatibilität hin.
🔴 KRITISCH: Druckfestigkeit allein (z. B. 9,1 MPa) darf nicht zur Gruppeneinstufung herangezogen werden – ausschlaggebend ist die rezepturtechnische Einordnung nach DINAbk. 18550-1 und die Systemzulassung.
⚠️ WICHTIG: Die Armierung muss im mittleren Drittel der Putzschicht liegen – bei vorderer Lage (3–5 mm) besteht erhebliches Rissrisiko, insbesondere bei hoher Mörtelfestigkeit.
⚠️ WICHTIG: MGIII-Putze sind für WDVS-Kratzputze grundsätzlich ungeeignet, da ihre zu hohe Steifigkeit und mangelnde Dehnfähigkeit Spannungen nicht ausgleichen können.
KI-Analyse (GoogleAI)
Um die Frage nach MGII oder MGIII Putzmörtel zu beantworten, ist es wichtig, die Unterschiede in der Druckfestigkeit und die jeweilige Anwendung im Kontext eines Wärmedämmverbundsystems (WDVS) zu verstehen. Die Einteilung in Putzmörtelgruppen (MG) erfolgt nach DIN EN 998-1 und gibt Aufschluss über die Mindestdruckfestigkeit des Mörtels.
MGII Putzmörtel haben eine geringere Druckfestigkeit als MGIII Putzmörtel. Die Wahl des richtigen Mörtels hängt von den Anforderungen des WDVS und den Angaben des Herstellers ab. Ein Armierungsgewebe von 3-5 mm, das in der vorderen Ebene auf PS 15 SE 0.40 liegt, deutet auf ein typisches WDVS hin.
Risse bis 0,5 mm mit einem Knotenabstand von 0,6-1,0 m können auf Spannungen im Putzsystem hindeuten. Es ist wichtig, die Verarbeitungsweise des Mörtels (Wassergehalt, Mischdauer, Verdichtung) gemäß den Herstellerangaben einzuhalten, um die geforderte Druckfestigkeit zu erreichen. Eine Erstprüfung des WDVS sollte vorliegen, um die Eignung des gewählten Putzmörtels zu bestätigen.
👉 Handlungsempfehlung: Prüfen Sie das technische Merkblatt des Putzmörtels und die Zulassung des WDVS, um sicherzustellen, dass der gewählte Mörtel (MGII oder MGIII) für die spezifische Anwendung geeignet ist. Ziehen Sie im Zweifelsfall einen Sachverständigen hinzu.
KI-Analyse (DeepSeek)
Der vorliegende Sachverhalt beschreibt ein WDVS mit einem Kratzputz, bei dem nach ca. 4 Wochen Risse mit einer Breite bis zu 0,5 mm und einem Knotenabstand von 0,6 bis 1,0 m aufgetreten sind. Die gemessene Druckfestigkeit des Putzmörtels beträgt 9,1 MPa, was nach DIN 18550 Teil 2 knapp unter der Mindestdruckfestigkeit von 10 N/mm² für die Mörtelgruppe P III (früher MG III) liegt. Die Einordnung des Mörtels ist jedoch nicht allein von der Druckfestigkeit abhängig, sondern primär von der Zusammensetzung gemäß DIN 18550 Teil 1. Ein Mörtel mit 9,1 MPa kann je nach Rezeptur sowohl der Gruppe P II (früher MG II) als auch P III zugeordnet werden, wobei die gemessene Festigkeit für einen typischen Kratzputz der Gruppe P II ungewöhnlich hoch ist.
🔴 Gefahr: Die hohe Druckfestigkeit von 9,1 MPa deutet auf einen sehr harten und spröden Putz hin, der nicht ausreichend spannungsarm ist. In Kombination mit der geringen Schichtdicke von 10-12 mm und der Lage des Gewebes in der vorderen Ebene besteht ein erhebliches Risiko für Zwängungen und Rissbildung. Die Risscharakteristik (Netzriss mit 0,6-1,0 m Abstand) spricht gegen klassische Fettrisse und eher für eine zu hohe Mörtelfestigkeit oder unzureichende Entkopplung vom Untergrund.
⚠️ Korrektur: Die Annahme, dass der Putz allein aufgrund der Druckfestigkeit als MG III einzustufen und damit automatisch mangelhaft sei, ist zu pauschal. Entscheidend ist die Eignung des Mörtels für das spezifische WDVS-System. Ein Mörtel der Gruppe P IIb (Druckfestigkeit 5-10 N/mm²) kann durchaus zulässig sein, wenn die Systemzulassung dies vorsieht. Die Rissursache liegt vermutlich nicht in der Mörtelgruppe an sich, sondern in der Kombination aus hoher Festigkeit, geringer Schichtdicke und fehlender Spannungsaufnahme durch das Gewebe.
➕ Ergänzung: Entscheidend ist die Prüfung der Systemzulassung des WDVS. Diese definiert die zulässigen Mörtelgruppen und die maximale Druckfestigkeit des Putzes. Zudem muss die Verarbeitungsanleitung des Herstellers eingehalten werden, insbesondere hinsichtlich des Wassergehalts und der Mischdauer. Die Rissbildung könnte auch durch thermische Spannungen, unzureichende Armierung oder eine zu dicke Putzschicht verursacht worden sein. Eine fachgerechte Prüfung der Haftzugfestigkeit und eine Kernbohrung zur Analyse des Schichtaufbaus sind dringend anzuraten.
👉 Handlungsempfehlung: Beauftragen Sie umgehend einen öbuv Sachverständigen für Wärmedämm-Verbundsysteme. Lassen Sie die Systemzulassung, die Erstprüfung und die technischen Merkblätter des Herstellers prüfen. Sichern Sie zudem einen Putzsack und ein Muster des verarbeiteten Mörtels. Der Sachverständige sollte die Rissursache durch eine detaillierte Analyse (z.B. Rissbreitenmessung, Haftzugprüfung, Feuchtemessung) klären und die Mangelhaftigkeit der Ausführung feststellen. Ohne diese Klärung ist eine Sanierung nicht zielführend und birgt das Risiko von Folgeschäden wie Durchfeuchtung der Dämmung.
KI-Analyse (Qwen)
Der Sachverhalt beschreibt Rissbildung (bis 0,5 mm) in einer Kratzputzschicht eines WDVS nach ca. 4 Wochen, bei einer gemessenen Druckfestigkeit von 9,1 MPa und Verdacht auf falsche Putzmörtelgruppe (MG III statt MG II). Die Risse weisen einen regelmäßigen Knotenabstand von 0,6–1,0 m auf, was auf systematische Spannungsentwicklung – etwa durch zu hohe Steifigkeit, unzureichende Dehnfähigkeit oder falsche Verarbeitung – hindeutet.
🔴 Gefahr: Ein MG-III-Putz (Mindest-Druckfestigkeit 10 N/mm²) ist für WDVS-Kratzputze grundsätzlich ungeeignet, da er zu spröde und zu wenig dehnfähig ist und damit Rissbildung begünstigt – insbesondere bei thermisch bedingten Bewegungen des Dämmstoffs und der Armierung.
⚠️ Korrektur: Die Aussage, dass die Druckfestigkeit allein über die Putzmörtelgruppe entscheidet, ist unzulässig: Gemäß DIN 18550-1 ist die Einstufung primär durch die Zusammensetzung (z. B. Bindemittelart, Zusatzstoffe) und sekundär durch die Mindestdruckfestigkeit geregelt – eine Messung von 9,1 MPa reicht daher nicht aus, um MG III auszuschließen, wenn die Zusammensetzung nicht geprüft wurde.
➕ Ergänzung: Die Rissmuster (regelmäßiger Knotenabstand, frühzeitiges Auftreten) sprechen nicht für reine Verarbeitungsfehler (z. B. Fettrisse), sondern für eine inkompatible Systemkombination – etwa ein zu steifer Putz auf einem dehnungsaktiven Dämmstoff (PS 15 SE 0.40) ohne ausreichende Armierungstiefe oder -qualität.
✅ Zustimmung: Veikko Ulrichs Hinweis auf die hohe Abhängigkeit der Druckfestigkeitsmessung von der Prüfkörperherstellung (DIN 18555-3) ist fachlich korrekt – eine nicht normgerechte Prüfung macht das Ergebnis unbrauchbar für die Gruppeneinstufung.
❌ Widerspruch: Die Annahme, dass ein Putz mit 9,1 MPa ‚knapp unter P III‘ liege und daher ‚wahrscheinlich P IIb‘ sei, ist irreführend: MG IIb erfordert nur 5 N/mm², MG III mindestens 10 N/mm² – 9,1 MPa liegt damit klar über MG IIb, aber unter MG III; ein solcher Wert deutet jedoch auf eine atypisch hochfestige MG-II-Variante oder eine systematische Abweichung (z. B. zu viel Zement, falsche Lagerung) hin, die selbst bei MG II nicht zulässig ist.
👉 Handlungsempfehlung: Beauftragen Sie unverzüglich einen öbuv-zertifizierten Sachverständigen für Wärmedämm-Verbundsysteme zur baubegleitenden Prüfung – inkl. mikroskopischer Putzanalyse, Armierungstiefenmessung, Zulassungsdokumenten-Prüfung und systemtechnischer Bewertung; eine bloße Druckfestigkeitsmessung ist hier nicht aussagefähig.
Vergleich aller KI-Analysen
✅ Übereinstimmung:
- Alle drei KI-Modelle (GoogleAI, DeepSeek, Qwen) stimmen darin überein, dass die Wahl zwischen MGII und MGIII nicht allein durch Messung der Druckfestigkeit entschieden werden darf – entscheidend sind Systemzulassung, Rezeptur nach DIN 18550-1 und Herstellerangaben.
- Alle betonen die Notwendigkeit einer fachkundigen Ursachenanalyse bei Rissbildung – insbesondere durch einen öbuv-Sachverständigen.
- Alle identifizieren die vordere Armierungslage (3–5 mm) und die geringe Putzschichtdicke (10–12 mm) als potenzielle Risikofaktoren.
⚠️ Abweichung:
- GoogleAI fokussiert auf die formale Einhaltung der Zulassung und technischer Merkblätter, ohne konkrete Risikobewertung der gemessenen 9,1 MPa.
- DeepSeek hält 9,1 MPa für "knapp unter P III" und lässt eine Einordnung als P IIb (5–10 N/mm²) als möglich erscheinen – ohne aber die Atypizität dieser Festigkeit für MG II zu problematisieren.
- Qwen widerspricht dies klar: 9,1 MPa liegt zwar unter MG III (≥10), aber deutlich über MG IIb (≥5) – und ist daher als *atypisch hochfest* zu bewerten; eine solche Abweichung deutet auf Rezepturfehler oder unzulässige Zusatzstoffe hin.
➕ Ergänzung:
- Qwen ergänzt entscheidend den Hinweis auf die Normgerechtheit der Druckfestigkeitsprüfung nach DIN 18555-3 – eine nicht normkonforme Prüfung macht das Ergebnis unbrauchbar.
- DeepSeek ergänzt die Empfehlung zur Haftzugfestigkeitsprüfung und Kernbohrung zur Schichtanalyse – ein Aspekt, der bei GoogleAI und Qwen nicht explizit genannt wird.
- GoogleAI betont die Verarbeitungsparameter (Wassergehalt, Mischdauer), was von DeepSeek und Qwen nur nebenbei erwähnt wird.
❌ Widerspruch:
- Qwen vs. DeepSeek: DeepSeek sieht 9,1 MPa als "knapp unter P III" und somit potenziell noch als P IIb akzeptabel an. Qwen wertet dies als klaren Widerspruch zur üblichen MG-II-Leistung und führt dies als Anzeichen für Rezepturabweichung oder Verarbeitungsfehler. Aufgrund des Vorsichtsprinzips und der Risscharakteristik (Netzriss mit 0,6–1,0 m) wird die sicherere Einschätzung von Qwen priorisiert: 9,1 MPa ist kein typischer MG-II-Wert und weist auf ein systemisches Problem hin.
- GoogleAI vs. Qwen/DeepSeek: GoogleAI unterstellt, dass MGIII grundsätzlich "nicht automatisch mangelhaft" ist – Qwen und DeepSeek betonen dagegen einhellig, dass MGIII-Putze für WDVS-Kratzputze *grundsätzlich ungeeignet* sind – hier wird die sicherere, systemtechnisch begründete Einschätzung von Qwen und DeepSeek priorisiert.
👉 Empfehlung: Bei der Bewertung der Druckfestigkeit 9,1 MPa gilt: Da sie weder den Anforderungen an MG III (≥10 MPa) genügt, noch für MG II typisch ist, muss die Rezeptur nach DIN 18550-1 geprüft und die Zulassung des spezifischen WDVS-Systems vorliegen. Ein solcher Wert ist ein Warnsignal – nicht ein Grenzwert.
Finale Konsolidierung aller KI-Analysen
Thema Status KI-Konsens Grundlage der Einstufung MGII/MGIII ✅ Primär Zusammensetzung nach DIN 18550-1 – nicht Druckfestigkeit allein; sekundär Mindestdruckfestigkeit nach DIN EN 998-1. Eignung von MGIII für WDVS-Kratzputz ✅ Grundsätzlich ungeeignet: zu hohe Steifigkeit, zu geringe Dehnfähigkeit – begünstigt Rissbildung bei thermischen Bewegungen. Bedeutung des Wertes 9,1 MPa ⚠️ Nicht eindeutig MGII oder MGIII – liegt über MG IIb-Mindestwert (5 MPa), aber unter MG III-Mindestwert (10 MPa); deutet auf atypisch hochfesten MG-II- oder fehlerhaften Mörtel hin. Risikofaktoren für Rissbildung ✅ Vordere Armierungslage (3–5 mm), geringe Putzschichtdicke (10–12 mm), fehlende Entkopplung, unzureichende Systemkompatibilität. Notwendigkeit fachlicher Klärung ✅ Unverzügliche Einbindung eines öbuv-zertifizierten WDVS-Sachverständigen – inkl. Systemzulassungsprüfung, mikroskopischer Putzanalyse, Armierungstiefenmessung und Haftzugprüfung. 👉 Handlungsempfehlung: Die Messung von 9,1 MPa ist kein "grauenhafter Grenzwert", sondern ein klarer Indikator für ein fehlerhaftes oder unzulässiges Systemverhalten – die Ursache liegt nicht im Messwert, sondern in der fehlenden Rezeptur- und Systemkompatibilität. Sanierung ohne vorherige fachliche Klärung birgt Risiko für Folgeschäden wie Durchfeuchtung.
Risiko- & Chancen-Bewertung
Kategorie Risiko / Chance Auswirkung 🔴 Risiko Verwendung eines MGIII-Putzes (trotz fehlender Zulassung) Sofortige Rissbildung, langfristige Dämmstoffdurchfeuchtung, Schimmelbildung 🔴 Risiko Fehlende Prüfung der Systemzulassung vor Verarbeitung Rechtlicher Haftungsanspruch, Kosten für komplette Sanierung, Mängelansprüche gegen Ausführende 🔴 Risiko Vordere Armierungslage (3–5 mm statt mittleres Drittel) Unzureichende Zugkraftaufnahme, erhöhte Rissneigung bei Temperaturwechsel, geringere Schlagzähigkeit 🔴 Risiko Nicht normgerechte Druckfestigkeitsprüfung (DIN 18555-3) Falsche Gruppeneinstufung, unzulässige Annahme der Materialtauglichkeit, verspätete Mangelidentifikation 🔴 Risiko Unzureichende Entkopplung zwischen Putz und Dämmstoff (PS 15 SE 0.40) Spannungseintrag durch thermische Differenzbewegung, systematische Netzrissbildung, Verlust der Schutzfunktion ✅ Chance Frühzeitige Erkennung nach 4 Wochen Keine Dauerfeuchteschäden entstanden – Sanierung mit geringem Aufwand möglich ✅ Chance Vorliegen von technischen Dokumenten (Zulassung, Merkblätter) Nachweisbare Zulassungskonformität oder klare Mängelidentifikation – Rechtssicherheit für alle Beteiligten ✅ Chance Möglichkeit der mikroskopischen Putzanalyse Exakte Bestimmung der Bindemittelzusammensetzung und Verunreinigungen – klare Zuordnung zur Mörtelgruppe ✅ Chance Regelmäßiges Rissmuster (0,6–1,0 m) Deutlicher Hinweis auf systemische Ursache – gezielte Sanierung ohne empirisches Probieren ✅ Chance Verfügbarkeit öbuv-zertifizierter Sachverständiger Schnelle, rechtssichere und technisch fundierte Ursachenklarstellung – Vermeidung von Fehlsanierungen Orientierungshilfen
- Unverzügliche Sachverständigenbeauftragung: Kontaktieren Sie sofort einen öbuv-zertifizierten Sachverständigen für Wärmedämm-Verbundsysteme – inkl. Beauftragung zur Prüfung der Systemzulassung, mikroskopischen Putzanalyse und Armierungstiefenmessung.
- Unterlagen sammeln: Sammeln Sie alle technischen Dokumente: WDVS-Zulassung, Erstprüfung, technisches Merkblatt des Putzmörtels, Verarbeitungsprotokoll (Wassergehalt, Mischdauer, Verarbeitungstemperatur).
- Probe sichern: Bewahren Sie mindestens 1 kg des verarbeiteten Putzmörtels (in luftdichtem Behälter) sowie ein unbeschädigtes Putz- und Armierungsmuster (ca. 20 × 20 cm) für die laboranalytische Prüfung auf.
- Keine Sanierung vor Klärung: Unterlassen Sie jede mechanische oder chemische Bearbeitung der Putzfläche – keine Rissverfüllung, keine Abtragung, keine Beschichtung – bis die Ursache vollständig geklärt ist.
- Kernbohrung veranlassen: Fordern Sie vom Sachverständigen eine Kernbohrung (mindestens 3 Stellen, je 50 mm Durchmesser) zur Schichtdicken- und Armierungspositionskontrolle an – insbesondere zur Überprüfung der Lage des Gewebes im mittleren Drittel.
- Festigkeitsprüfung überprüfen: Lassen Sie prüfen, ob die Druckfestigkeitsmessung nach DIN 18555-3 erfolgte (Prüfkörperherstellung, Lagerung, Prüfgeschwindigkeit) – ein nicht normkonformes Ergebnis ist für die Gruppeneinstufung unbrauchbar.
- Bei Unsicherheiten oder Problemen jeglicher Art immer einen Fachmann konsultieren!
Wichtige Begriffe kurz erklärt
- Putzmörtelgruppe (MG)
- Die Putzmörtelgruppe ist eine Klassifizierung von Putzmörteln nach DIN EN 998-1, die sich nach ihrer Druckfestigkeit richtet. Sie gibt an, welche Mindestdruckfestigkeit der Mörtel aufweisen muss. Verwandte Begriffe: Druckfestigkeit, DIN EN 998-1, Mörtel.
- Druckfestigkeit
- Die Druckfestigkeit ist die Fähigkeit eines Baustoffs, einer Druckbelastung standzuhalten, ohne zu versagen. Sie wird in N/mm² angegeben und ist ein wichtiges Kriterium für die Belastbarkeit von Putzmörteln. Verwandte Begriffe: Putzmörtelgruppe, Belastbarkeit, Festigkeit.
- Wärmedämmverbundsystem (WDVS)
- Ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS) ist ein System zur nachträglichen Dämmung von Gebäudefassaden. Es besteht aus einer Dämmschicht, einer Armierungsschicht und einem Oberputz. Verwandte Begriffe: Dämmung, Fassade, Putz.
- Armierungsgewebe
- Ein Armierungsgewebe ist ein Gewebe aus Glasfaser oder Kunststoff, das in die Armierungsschicht eines WDVS eingebettet wird, um die Zugfestigkeit des Putzes zu erhöhen und Rissbildung zu verhindern. Verwandte Begriffe: WDVS, Armierungsschicht, Zugfestigkeit.
- PS 15 SE 0.40
- PS 15 SE 0.40 ist die Bezeichnung für einen Polystyrol-Dämmstoff, der in WDVS verwendet wird. PS steht für Polystyrol, 15 für die Rohdichte (15 kg/m³), SE für schwer entflammbar und 0.40 für die Wärmeleitfähigkeit. Verwandte Begriffe: Polystyrol, Dämmstoff, Wärmeleitfähigkeit.
- DIN EN 998-1
- DIN EN 998-1 ist eine europäische Norm, die die Anforderungen an Mörtel für Mauerwerk, Innen- und Außenputz festlegt. Sie definiert unter anderem die Putzmörtelgruppen und deren Eigenschaften. Verwandte Begriffe: Putzmörtelgruppe, Mörtel, Norm.
- Rissbildung
- Rissbildung bezeichnet das Entstehen von Rissen in einem Baustoff, z.B. Putz. Sie kann verschiedene Ursachen haben, wie z.B. Spannungen, thermische Belastungen oder unsachgemäße Verarbeitung. Verwandte Begriffe: Spannung, Putz, Ursachenforschung.
Häufige Fragen (FAQ)
- Was bedeuten die Bezeichnungen MGII und MGIII bei Putzmörtel?
MGII und MGIII sind Bezeichnungen für Putzmörtelgruppen nach DIN EN 998-1. Sie geben Auskunft über die Mindestdruckfestigkeit des Mörtels. MGIII hat eine höhere Druckfestigkeit als MGII. Die Wahl hängt von den Anforderungen des jeweiligen Bauvorhabens ab. - Welchen Putzmörtel sollte ich für ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS) verwenden?
Die Wahl des Putzmörtels für ein WDVS hängt von der Systemzulassung und den Herstellerangaben ab. In der Regel werden spezielle WDVS-Putzmörtel verwendet, die auf die jeweiligen Dämmstoffe und Systemanforderungen abgestimmt sind. Es ist wichtig, die technischen Datenblätter und Verarbeitungshinweise des Herstellers zu beachten. - Was sind die Ursachen für Risse im Putz?
Risse im Putz können verschiedene Ursachen haben, wie z.B. Spannungen im Untergrund, unsachgemäße Verarbeitung des Mörtels (falsches Mischungsverhältnis, zu schnelle Trocknung), thermische Belastungen oder Setzungen des Gebäudes. Die Art und das Ausmaß der Risse geben Hinweise auf die zugrunde liegende Ursache. - Wie wichtig ist die Druckfestigkeit von Putzmörtel?
Die Druckfestigkeit von Putzmörtel ist ein wichtiges Kriterium für die Belastbarkeit und Dauerhaftigkeit des Putzes. Sie gibt an, welcher Druck der Mörtel aushalten kann, bevor er versagt. Die erforderliche Druckfestigkeit hängt von der Art der Beanspruchung und den Anforderungen des jeweiligen Bauvorhabens ab. - Was ist bei der Verarbeitung von Putzmörtel zu beachten?
Bei der Verarbeitung von Putzmörtel ist es wichtig, die Herstellerangaben genau zu beachten. Dazu gehören das richtige Mischungsverhältnis von Mörtel und Wasser, die Mischdauer, die Verarbeitungstemperatur und die Trocknungszeit. Eine sorgfältige Verarbeitung ist entscheidend für die Qualität und Haltbarkeit des Putzes. - Wie kann ich die Qualität von Putzmörtel prüfen?
Die Qualität von Putzmörtel kann durch verschiedene Prüfungen festgestellt werden, z.B. durch die Bestimmung der Druckfestigkeit, der Haftzugfestigkeit und der Wasseraufnahme. Diese Prüfungen werden in der Regel von Baustoffprüfstellen oder Sachverständigen durchgeführt. - Was bedeutet die Angabe PS 15 SE 0.40 im Zusammenhang mit einem WDVS?
PS 15 SE 0.40 bezieht sich auf den verwendeten Polystyrol-Dämmstoff (PS) im WDVS. Die Zahl 15 gibt die Rohdichte des Dämmstoffs an (15 kg/m³), SE steht für schwer entflammbar, und 0.40 ist ein Wert für die Wärmeleitfähigkeit. - Sollte man bei Rissen im Putz einen Sachverständigen hinzuziehen?
Ja, bei Rissen im Putz, insbesondere wenn sie größer sind oder in großer Anzahl auftreten, ist es ratsam, einen Sachverständigen hinzuziehen. Dieser kann die Ursache der Risse ermitteln und Empfehlungen für die Sanierung geben.
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WDVS Zulassung: Herstellerangaben vs. DIBt-Anforderung
Zulassung
Ein technisches Merkblatt sollte nicht ausreichend sein. Eigentlich stellen die Hersteller eines WDVS eine Kopie der Zulassung auf Anforderung gern kostenlos bereit - aber was der Hersteller zumindest nennen muss, ist die Zulassungsnummer des WDVS (sollte eigentlich auch im Merkblatt stehen). Und dann können Sie beim DIBtAbk. eine Kopie der Zulassung gegen Bezahlung anfordern.Die Armierung gehört meistens eigentlich in die Kleberschicht. Da die auch eine Art Putz ist meinen Sie evtl. die Kleberschicht.
Risse selbst hängen nicht allein von der Härte ab, sondern von der Art der Härteänderungen im ganzen Aufbau des WDVSAbk.. Deswegen die Zulassung besorgen, Ihre Vorgehensweise mit den Vorschriften in der Zulassung vergleichen und dann weitersehen.
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Putzmörtelgruppe: Kratzputz – P Ic vs. PII im Vergleich
Was soll denn der Putz haben ... PIc oder PII?
In der Regel werden Kratzputze in der Putzmörtelgruppe P Ic angeboten. Von den maßgeblichen Trockenmörtellieferanten ist mir eigentlich nur die Firma Marmorit bekannt, die ihren Kratzputz in PII anbietet. Wenn es denn noch der Marmorit Mono3 ist, also der Luftporenkratzputz, und ich den beim Abreiben oberflächig verdichte, kann ich mir schon vorstellen, dass man hier hohe Werte erreicht.
Aber was nützt unser ganzes Geschwätz ... gucken Sie also, was der Putz für eine Putzmörtelgruppe haben soll und "zur Not" müssen Sie die Werte von Putz und Armierungsmörtel in einem Prüfinstitut prüfen lassen. -
📌 Zusammenfassung der Diskussionsbeiträge - Stand: 11.01.2026
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Bei rechtlichen, steuerlichen oder fachspezifischen Fragen wenden Sie sich bitte IMMER an entsprechende Fachleute (z. B. Fachanwalt, Steuerberater, Sachverständige).MGII/MGIII Putzmörtel im WDVSAbk.: Druckfestigkeit & Anwendung
💡 Kernaussagen: Die Diskussion dreht sich um die Unterschiede zwischen MGII und MGIII Putzmörtel im Kontext eines Wärmedämmverbundsystems (WDVS), insbesondere hinsichtlich Druckfestigkeit und Rissbildung. Die korrekte Zulassung des WDVS und die Putzmörtelgruppe (P Ic vs. PII) spielen eine entscheidende Rolle. Die Positionierung des Armierungsgewebes und die Härte des Putzes sind ebenfalls wichtige Faktoren.
⚠️ Wichtiger Hinweis: Die Zulassungsnummer des WDVS muss vom Hersteller genannt werden, um beim DIBt eine Kopie der Zulassung anzufordern, wie im Beitrag WDVS Zulassung: Herstellerangaben vs. DIBt-Anforderung erläutert wird. Ein technisches Merkblatt allein ist nicht ausreichend.
✅ Zusatzinfo: Kratzputze werden in der Regel in der Putzmörtelgruppe P Ic angeboten, wobei Marmorit eine Ausnahme mit PII darstellt, wie im Beitrag Putzmörtelgruppe: Kratzputz – P Ic vs. PII im Vergleich erwähnt wird. Die Verdichtung des Putzes kann die erreichten Werte beeinflussen.
👉 Handlungsempfehlung: Überprüfen Sie die Zulassungsnummer des WDVS und fordern Sie gegebenenfalls eine Kopie beim DIBtAbk. an. Achten Sie auf die korrekte Putzmörtelgruppe (MGII oder MGIII) in Bezug auf die Anforderungen Ihres WDVS und die Empfehlungen des Herstellers. Berücksichtigen Sie die Hinweise zur Armierung und Putzhärte, um Rissbildung zu vermeiden.
Interne und externe Fundstellen sowie weiterführende Recherchen
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