vielleicht weiß ein Fachmann weiter?!
Es geht um Feuchtigkeit im Keller und Überlegungen, die Drainage tiefer zu legen, sowie Fragen hierzu und zur Stand- / Arbeitssicherheit.
Symptome:
7 Jahre Trockener Keller, nun zieht bei lang anhaltendem Regen bzw. starker Schneeschmelze in unserem Keller Feuchtigkeit die Wände hoch. Sowohl Außenwände wie Innenwände sind betroffen. Bei Trockenheit geht die Feuchtigkeit zurück. Es sind Ausblühungen aus dem Kalkzementputz und Gips-Kalkputz bis zu einer Höhe von ca. 25 cm (über Betonplatte) zu sehen. Beim Gipsputz reicht die Feuchtigkeit bis zu ca. 100 cm, jedoch oberhalb 25 cm ohne Ausblühungen. Es finden sich 2 senkrechte Risse im Kellermauerk. Die Feuchtigkeit tritt jedoch nicht nur an diesen Stellen auf.
Aufbau des Hauses:
- liegt am Hang, ca. 10 % Gefälle, oberhalb befinden sich Wiesen und Felder (es geht mehrere hundert Meter aufwärts mit ca. 10 %)
- Untergrund/Erdreich: "normale" Erde, aber relativ steinig; kein Sand oder Kies; im Aushub teilweise größere Felsbrocken (d.h. mit bis zu 1 m Maximaldurchmesser)
- 10 cm Splitt (Körnung konnte ich bisher nicht ermitteln, muss evtl. in den Unterlagen weitersuchen), darunter und darin KG-Rohre
- das ganze wurde verdichtet und, wie ich schätze, der Splitt von unten her zu geschlämmt
.- über einer Folie liegt eine 20 cm Betonplatte, Beton B25, oben und unten mit Q131-Matten armiert
- um die Betonplatte liegt gelbes Drainagerohr in einer Kiesschicht 16/32, offenbar hat die Drainage kein Gefälle
- unterhalb und oberhalb der ersten Steinreihe (Bimsstein) eine Horizontalsperre (Dachpappe)
- Bodenaufbau: Bitumenbahnen mit 10 cm hohem Rand, Dämmung, Zementestrich, insgesamt 12.5 cm
- die Bodenplatte steht ca. 10 cm über die Außenwand heraus
.- Übergang Wand-Bodenplatte ist als Rundkehle ausgeführt
- Abdichtung des Kellers erfolgte mit 2-komponentiger Bitumen-Dickbeschichtung ab Erdoberfläche über Rundkehle, Kante der Betonplatte bis ca. 10 cm unter die Oberkante der Betonplatte
- auf der Abdichtung liegen einfache Drainplatten (ohne Vlies), 5 cm dick
- verfüllt wurde wieder mit Aushub
- von der Oberkante der Betonplatte aus gerechnet liegt die Erdoberfläche zwischen 120 und 270 cm darüber
Diagnose:
Meine Vorstellung geht dahin, das die Wandabdichtung wahrscheinlich/hoffentlich intakt ist, jedoch der Wasserpegel zu hoch steigt. Wie hoch?
a) Liegt der Pegel über der Oberkante der Betonplatte, könnten
mit Bitumen abgedichtete (nun beschädigte) Stellen wie die Rundkehle oder die Beton-Kante Ursache für eindringendes Wasser sein. Die Drainage würde in dem Fall offenbar versagen (zu geschlämmt, kein Gefälle, zu kleine Dimension?).
b) Liegt der Pegel maximal im Bereich der Betonplatte, wären Risse der Betonplatte mögliche Wege für aufsteigende Feuchtigkeit. Da kann zwar die Drainage und die Abdichtung funktionieren, hilft aber auch nix.
c) Liegt der Pegel unterhalb der Betonplatte, z.B. im Splitt darunter und zieht dieser die Feuchtigkeit nach oben (nicht kapillarbrechende Splittschicht?) bis in die Betonplatte, die möglicherweise Risse aufweist, so würde die Feuchtigkeit von den Stellen ausgehen, wo die Risse auftreten. Auch hier helfen die vorhandene Drainage und Abdichtung nicht, selbst wenn funktionstüchtig.
Mögliche unkorrigierbare Baufehler:
- fehlendes Filtervlies unter Splittschicht? (=> Zuschlämmen der Splittschicht)
- nicht kapillarbrechende Splittschicht wegen falscher Körnung?
- fehlende Flächendränung?
Korrigierbare Baufehler:
- keine Filterschicht um Drainage
- Drainage hat kein Gefälle
- unzureichend geschützte Kante der Betonplatte => Beschädigung der Abdichtung
- Abdichtung auf Stirnfläche der Betonplatte nicht tief genug gezogen?
- die Drainplatten können sich mit Feinteilen zusetzen, ihre Dränwirkung verlieren, dadurch entsteht drückendes Wasser; bei unzureichender Dicke der Dickbeschichtung dringt Feuchtigkeit seitlich in die Kellerwand ein
Fazit:
Mir schwebt eine Tieferlegung und ordnungsgemäßer Einbau der Drainage vor, sodass der Wasserpegel die Betonplatte nicht mehr erreichen kann. Dann wären Risse in der Betonplatte und undichte Stellen in der Abdichtung egal.
Bei den Drainplatten ist zu fragen, ob eine neue Drain-Schicht mit Schutz vor Zuschlämmen nicht günstiger ist auf Dauer, als irgendwann wieder aufgraben.
Meine Fragen:
Würde eine Tieferlegung der Drainage überhaupt helfen, wenn z.B. die maximale Höhe der Unterkante Drainage 40 cm unter Unterkante Bodenplatte liegt? Denn:
a) Würde sich der Wasserpegel waagrecht ausbilden oder in der Mitte des Hauses höher liegen (Kapillarwirkung, andere Gründe)?
- Wie ist dieses Verhalten im Splitt, bei angenommener Körnung 0/16 oder 0/32?
- Wie im Erdreich darunter?
- Wie tief müsste man die Drainage bei einer 10.2 mx12.4 m großen Bodenplatte (unter Einbeziehung der Splittschicht) legen?
b) Würde die Splittschicht, sobald sie ein Stück im Wasser steht, weiterhin Feuchtigkeit nach oben ziehen? Wie stark wäre der Effekt? Welche Voraussetzung muss die Schicht mitbringen, damit das nicht der Fall ist:
- Dicke?
- Körnung?
- ist Filtervlies darunter notwendig, um Zuschlämmen zu vermeiden?
c) Kann ich neben der Bodenplatte so tief (40 cm + ca. 25 m Länge * 1 % Gefälle + 15 cm Filterkies = 80 cm unter Unterkante Betonplatte) überhaupt gefahrlos graben? Was ist dabei zu beachten:
- Abstand von Bodenplatte?
- Böschungswinkel des Grabens entlang der Betonplatte?
- Einflüss der Körnung vom Kies auf Standfestigkeit des Gebäudes?
- Verdichten? Wie stark? Welches ist das richtige Gerät dafür?
- meterweises Aufgraben und Schließen wegen Stabilität/Statik?
- trockene Bodenverhältnisse unterhalb der Bodenplatte wegen Stabilität/Statik?
d) Wie weit kann ich mich einer freistehenden Garage mit den Erdarbeiten nähern? Diese ist nicht unterkellert und das Fundament liegt ca. auf Höhe der KG-Decke, also 280 cm höher als die Bodenplatte.
e) Wie sieht es mit der Böschung (im senkrechten Querschnitt vom Haus weg) aus? Anforderungen in Abhängigkeit von der Bodenbeschaffenheit? Wie kann ich die Bodenart richtig klassifizieren?
Ich bin für alle Ideen, Vorschläge, Warnungen und Erfahrungswerte offen und möchte schon jetzt dafür Danke sagen.
Grüße,
Andreas